69. Macht KI uns dumm?

69. Macht KI uns dumm?

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Worksheet Content: 

  • je …. desto
  • nicht nur …, sondern auch
  • zur Verfügung stellen/stehen

Hallo, hier ist Daniela und ich begrüße dich zu einer neuen Folge des German with Stories Podcast. Eigentlich wollte ich letzte Woche eine neue Podcast-Folge aufnehmen, aber ich hatte wenig Zeit und habe deshalb nur einen Magazin-Text für die Mitglieder des German with Stories-Club geschrieben. Eine Podcast-Folge bedeutet immer etwas mehr Arbeit für mich. Es macht Spaß, aber für Short Stories und Podcast brauche ich einfach mehr Zeit als für einen Magazin-Text.

Ich bin übrigens in einer für mich neuen Stadt, in Ecuadors Hauptstadt Quito. Ich war zwar 2019 schon einmal in Ecuador, aber nicht in Quito. Es gefällt mir. Ecuador ist nicht so ein typisches Reiseziel, glaube ich. Gut, die Galapagos-Inseln. Die habe ich vor sechs Jahren besucht. Aber eine Reise zu den Galapagos-Inseln ist von Europa aus sehr teuer. Vielleicht auch von Nordamerika aus. Allerdings ist Ecuador bei Nordamerikanern recht beliebt als Auswanderungsland. Sie haben hier den US-Dollar und es ist fast alles recht günstig. Außer Technik und Hygieneprodukte. Ein Shampoo kostet hier mehr als in Deutschland.

Gut, aber Thema der heutigen Folge ist nicht Ecuador, sondern KI, Künstliche Intelligenz, AI. Macht KI uns dumm? Ich benutze ChatGPT oft und gern, aber ich werde zunehmend skeptisch und ich möchte dir sagen, warum.

KI ist überall – aber nicht jeder sieht sie. Ich scrolle zum Beispiel durch Facebook. Oder Instagram. Und sehe Bilder, Videos, Texte – die auf mich immer generischer wirken. Ich sehe sehr schnell, ob etwas KI ist oder nicht, aber wenn ich Kommentare lese, dann merke ich, dass viele Menschen nicht erkennen, dass diese Inhalte KI-generiert sind. Und ich frage mich: Wie beeinflusst das unsere Wahrnehmung und unser Denken?

Wie erwähnt nutze ich KI selbst. Diese Podcast-Folge zum Beispiel habe ich mit Unterstützung von ChatGPT geschrieben. Ich nutze KI, um Ideen zu strukturieren, um Inhalte zu überarbeiten, um effizienter zu arbeiten. In meinem Fall heißt das, dass ich ChatGPT viel Input und genaue Instruktionen geben und dann bekomme ich einen Text, den ich nochmals durchlese und überarbeite. Das ist sehr hilfreich, aber trotzdem frage ich mich manchmal: Verliere ich dadurch auch etwas?

Je mehr ich mir von der KI “helfen” lasse, desto seltener zwinge ich mich, selbst alles durchzudenken. Die KI liefert mir sofort den nächsten Satz, den nächsten Gedanken, die nächste Idee. Bequem, ja. Aber vielleicht auch gefährlich. Es geht alles viel zu schnell. Als Menschen haben wir eine Idee, zögern, zweifeln, ändern, starten eventuell von vorn. All das kennt die KI nicht. Sie liefert dir innerhalb von Sekunden eine Lösung, aber ist das noch deine Lösung, deine Idee? Bei meinen German with Stories-Materialien kann ich sagen, dass es zu 80% meine Arbeit, meine Gedanken sind.  

Aber was passiert, wenn wir gezwungen werden, immer schneller Inhalte und Lösungen zu liefern? Zu schnell für einen Menschen. Ich habe jetzt schon das Gefühl, dass ich von KI überschwemmt werde. Posts, Werbeanzeigen, Bilder, Videos, Stimmen, Kommentare – alles KI. Die Qualität wird immer besser, aber der menschliche Faktor fehlt. Ich habe ein paar Wochen mit einem KI-Tutor Italienisch gelernt. Danach hatte ich keine Lust mehr.

Wenn KI-generierte Inhalte die Zukunft sind, was macht das dann mit unserer Gesellschaft? Wird alles austauschbar? Wird es immer schwerer, etwas zu finden, das wirklich von einem Menschen kommt?

Und ich sehe noch ein anderes Problem: Wenn ich ChatGPT benutze, bekomme ich die Antwort, die ich hören will, die mich bestätigt. Ja, ich kann der KI Instruktionen geben, das nicht zu tun, sie anweisen, mir auch Kontra-Argumente zu geben, aber selbst hier passt sie sich an, besonders wenn du innerhalb von ChatGPT mit Projekten arbeitest und der KI viele Informationen über dich, dein Leben und deine Arbeit zur Verfügung gestellt hast.

Echte Gespräche zwischen Menschen sind nicht immer angenehm. Gute Freunde widersprechen dir und sagen manchmal: Stopp, das stimmt nicht. Ich habe eine andere Meinung. Die KI macht das nicht oder nur, wenn du es ihr explizit sagst, d.h. die KI ist nicht authentisch, sie adaptiert sich.

Was passiert mit unserem kritischen Denken, wenn eine KI dir immer zustimmt? Es ist ähnlich wie mit Social Media-Algorithmen, die ja mittlerweile auch Hilfe von KI bekommen. Wir landen in einer Bubble, die unsere Denkweise reflektiert und empfinden andere Bubbles oder Gruppen in einer Art als feindlich, die es vor 30 Jahren noch nicht gab. Früher war es kein Problem, mit Menschen befreundet zu sein, die zu bestimmten Themen konträre Meinungen hatten.

Ich bin keine Gegnerin von KI. Sonst würde ich sie nicht nutzen. Aber ich bin auch kein naiver Fan. Ich glaube, wir müssen lernen, mit KI bewusst umzugehen. Leider bin ich da nicht sehr optimistisch, denn das hätten wir mit dem Internet und Social Media auch machen müssen.

Mehr Informationen haben uns nicht automatisch klüger gemacht. Social Media hat uns nicht automatisch sozialer gemacht. Und KI wird uns nicht automatisch kreativer oder produktiver machen. Das ist meine Meinung. Vielleicht denkst du anders und das ist gut so. Aber falls du ein KI-Fan bist, dann frag dich doch nicht nur, was KI für dich tun kann, sondern auch, was du selbst noch tun willst. Mit deiner Stimme, deinen Gedanken, deiner Kreativität.

Mit diesen Worten möchte ich mich verabschieden. Vielleicht fandest du den Inhalt dieser Folge etwas kompliziert. Auf meiner Website findest du ein Transkript. Das ist nicht KI-generiert und deshalb 100%ig korrekt, weil ich immer erst schreibe und dann aufnehme. Und wenn du Mitglied im German with Stories Club wirst, bekommst du das Transkript mit Vokabeln und Übungen. Erstellt mit Hilfe von ChatGPT, aber auf Basis meiner Ideen. Den German with Stories Club findest du patreon.com/germanwithstories. So, das war es. Bis zur nächsten Folge.

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